EQUITARIS Trophy der Woche: Zuchtstätte Bäumken

Ein Blick auf die Liste der erfolgreichen Ponys der Zuchtstätte Bäumken lässt so manchen Züchter staunen. Kaum zu glauben, dass es sich hier um eine reine "Hobbyzucht" handelt.


Die Zuchtstätte Bäumken befindet sich in Issum, einer Gemeinde am unteren Niederrhein. Bis 2003 züchtete Stefan Bäumken gemeinsam mit seinem Vater Klaus Reitponys, nach dessen Tod stieg Ehefrau Melanie mit ein. Am vergangenen Sonntag hatten die beiden Hobbyzüchter gleich zwei Gründe zum Jubeln, von uns werden sie heute mit der EQUITARIS Trophy der Woche ausgezeichnet.

Die Vierbeiner von Familie Bäumken sind in der Ponyszene nicht unbekannt. Zahlreiche erfolgreiche Sportponys haben hier schon das Licht der Welt erblickt, allein bei den beiden letzten Bundeschampionaten gab es drei Medaillen. Während der vierjährige Fuchswallach Doc Hollywood (v. FS Daddy Cool x Dornik B) 2016 und 2017 jeweils Vize-Bundeschampion bei den Reitponys wurde, sicherte sich der FS Daddy Cool-Capri Moon-Sohn Daddy Moon im vergangenen Jahr die Goldmedaille bei den sechsjährigen Dressurponys. Auch Stefan Bäumken saß vor seiner Zucht aktiv im Sattel, seine Frau Melanie ist in das Hobby mit hereingewachsen. "Die Entscheidungen treffen wir immer gemeinsam", betont Stefan Bäumken.

Es war der Tag der FS Numero Uno-Kinder. Auf der Hengstkörung in Wickrath wurden insgesamt neun Söhne präsentiert, von denen acht ein positives Körurteil erhielten. Ganz besonders überzeugen konnte No Limits aus der Zucht von Melanie und Stefan Bäumken, der mütterlicherseits auf Dornik B zurückgeht. "Dieser tolle Erfolg hat uns wirklich überrascht", erzählt Stefan Bäumken, "wir wussten natürlich, dass er gut ist, aber die Konkurrenz war stark und mit dem Sieg haben wir vorher nicht gerechnet." Bei seiner Körung in Wickrath habe sich No Limits ganz vorbildlich benommen. "Schon als Fohlen war er absolut umgänglich", lobt der Züchter, "das hat er von seiner Mutter geerbt." Das Rheinische Pferdestammbuch ehrte zusätzlich zur Körung noch die besten Züchter der verschiedenen Rassen, auch hier wurde die Zuchtstätte Bäumken für ihren besonderen Erfolg ausgezeichnet. "Unser letzter Siegerhengst war Chantre B 1993, den mein Vater damals noch zog", erinnert sich Stefan Bäumken, "umso mehr freuen wir uns über den Titel in diesem Jahr."

Besonders wichtig ist Familie Bäumken auch der Blick über den Tellerrand hinaus. So erwarben sie beispielsweise die Mutter von No Limits, Day of Dorina, als Fohlen von dem Gestüt Bönniger/Ludwig Stassen. Day of Dorina ist mittlerweile Mutter von fünf Nachkommen, in diesem Jahr brachte sie einen Vollbruder zu No Limits zur Welt. "Der Hengst wurde dritter bei der Fohlenschau im Rheinland", berichtet der stolze Züchter, "zudem hat er meine Lieblingsfarbe Palomino." Auch für nächstes Jahr ist die mittlerweile elfjährige Stute von FS Numero Uno tragend.

Froh ist Familie Bäumken auch über die Zusammenarbeit mit Jana Freund und ihrem Ehemann Mathias Voss, die No Limits für die Körung vorbereitet haben. "Jana hat sich erst vor Kurzem selbstständig gemacht", erzählt Stefan Bäumken, "auf Anhieb sind zwei Hengste aus ihrer Vorbereitung gekört worden, ein toller Erfolg!" Auch an die Zukunft der beiden Töchter hat Familie Bäumken, die hauptberuflich eine Landfleischerei betreiben, schon gedacht. Noch sind die sieben und zehn Jahre alten Mädchen auf dem besten Weg, die selbstgezogenen Ponys zu reiten. "Es gibt aber auch ein Leben nach den Ponys", lacht Stefan Bäumken, "neuerdings züchten wir mit einer Warmblutstute." Damit meint er die fünfjährige Aaron-Tochter Amazing Grace aus der Zucht von Josef Wilbers, dem einzigen Fohlen von Jana Freunds Erfolgsstute Cassiopaya. "Der Ponyzucht bleiben wir natürlich weiterhin erhalten", fügt Stefan Bäumken hinzu.

Noch nicht geplant ist allerdings die Zukunft von dem Siegerhengst No Limits. "Das gehen wir ganz entspannt an", sagt Stefan Bäumken, "wir lassen den Erfolg erst einmal sacken und sehen dann weiter."


 

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