EQUITARIS Trophy des Monats: Leonie Assmann

Besser kann einen Saison nicht enden: mit dem Titel Hallenchampioness bei den Aachen Jumping Youngstars!

Und auch sonst gelang der 14-jährigen Reiterin aus Sigmarszell eine sehr gute Saison: Nationenpreissieg in Gorla Minore/ITA, Bronze bei den Deutschen Jugendmeisterschaften und etliche Siege und Platzierungen auf nationalem und internationalem Parkett. Die EQUITARIS Trophy des Monats geht im Dezember an Leonie Assmann.

Ponys waren schon immer teil von Leonies Leben, da ihr Vater, Dr. Gerhard Assmann, seit Jahrzehnten erfolgreicher Ponyzüchter und Pferdetiertarzt ist. So reitet sie bereits seit ihrem vierten Lebensjahr.

Mit dem Pferdevirus wurde Leonie im Grunde sogar bereits vor ihrer Geburt infiziert: noch bevor Leonie auf der Welt war, kauften ihre Eltern ihr das Shetty Amerhoef's Oska. Von Leonies Mutter und Schwester Stefanie Görlich an der Doppellonge ausgebildet, saß sie bald selbst im Sattel des Shetlandwallachs. Die beiden begannen mit Ausreiten, es folgte der Turniersport mit Führzügel-Wettbewerben, später E-Dressuren und dem gemeinsamen Karrierehöhepunkt: Schwäbische Meister.

Das Springreiten begann Leonie mit Kaiser Karl AG (v. Kantje's Ronaldo-Pantani). Mit dem 2009 geborenen Fuchswallach aus der Zucht ihres Vaters ritt sie die ersten Springreiter-Wettbewerbe und dann auch erste E-Springen. Als Leonie neun Jahr alt war sprang Kaiser Karl AG mit ihr bei einem Turnier über einen Zaun: es war nichts passiert und sie fiel auch nicht herunter, aber seitdem hatte sie Angst vor dem Wallach. Inzwischen sind die Zwei aber ein eingespieltes Team: mit dem sensiblen "Kaiser" des Stalls sammelte Leonie allein in diesem Jahr über 20 Schleifen in L- und M-Springen. Aber er will geritten sein und sie muss immer zu 100 Prozent bei ihm sein.

Das erste selbst ausgebildete Pony hört auf den Namen Nico De Luxe AG (v. Noir de Luxe-Dow Jones). Den braunen Wallach pilotierte Leonie zu Erfolgen in A**-Dressuren und A*-Springen. Vor rund zwei Jahren gewannen die beiden eine A*-Dressur, gleichzeitig Leonies letzte Dressurplatzierung: dem Vorbild ihrer Schwester folgend hat sich Leonie nun ganz dem Springreiten verschrieben.

Mit Drift (v. Don Johnson-Melle Jerom) bekam Leonie einen temperamentvollen Träumer als Parcourspartner: Der Don Johnson-Sohn war gerne schnell unterwegs und nicht einmal Leonies ältere Schwester Stefanie konnte ihn halten, aber Leonie hatte eine große Klappe und wollte ihn unbedingt reiten. Und es funktionierte gut. Leonie brauchte sogar Sporen und Gerte. Da beschloss Stefanie, dass die beiden nach nur vier Wochen das erste gemeinsame Turnier gehen sollten. Also begannen sie mit dem Springtraining, es dauerte allerdings lange, bis Leonie Drift auch im Parcours halten konnte. Aber seitdem ist er ihr ein Partner, auf den sie sich immer verlassen kann.

Dann kaufte ihre Mutter ein Pony, das Leonie besser händeln konnte: den 1,27 Meter kleinen King. Hinzu kam der noch kleinere Black Jack.

Als Leonie für King zu groß wurde, verkauften sie ihn 2020 an Familie Kühner, auch Black Jack wurde verkauft.

Leonies nächstes Pony sollte Hankifax H sein. Die inzwischen achtjährige Halifax-Tochter stammt aus der Zucht von Ralf-Günther Hanken und war 2018 Bundeschampioness der fünfjährigen Springponys. Mit ihr sammelte Leonie im Februar 2020 die ersten Schleifen in A-Springen, bald folgten L-Springen und die ersten internationalen Turniere. Mit Hankifax gelangen auch die bislang größten Erfolge: Bronze bei der DJM im September in Darmstadt-Kranichstein und zuletzt der Titelgewinn bei den Aachen Jumping Youngstars im Dezember. Leonie beschreibt Hankifax als Prinzessin und kleine Diva. Beim Dressurtraining wird sie zickig, aber beim Turnier gibt sie alles, weil sie weiß, dass es dann viele Leckerchen gibt.

Jüngstes Erfolgspony von Leonie ist der sechsjährige Kornet's Vico (v. Kornett-Night-Star III, Z.: Heinrich Rüter). Fünfjährig übernahm sie die Ausbildung des braunen Wallachs und pilotierte ihn zu Siegen in Springpferdeprüfungen. Im September gewannen die beiden eine Wertungsprüfung bei den Süddeutschen Ponymeisterschaften in Rot am See, in der Gesamtwertung setzte sie aber auf Kaiser Karl, mit dem sie Siebte wurde.

Ganz einfach ist das Managament der Ponys und Pferde nicht: an kurzen Schultagen reitet die Neuntklässlerin vier Ponys und zwei Großpferde, wenn sie lange Schule hat, wie Mittwochs, wo der Unterricht bis Viertel nach Fünf geht, reitet Leonie nur ein Pony und der Rest wird longiert.

Und viele Turniere, besonders die Internationalen, starten bereits während der Woche, da ist es gut, dass der Schuldirektor die Sportlichkeit der Kinder schätzt und sie dafür von der Schule freistellt. Dafür müssen allerdings die Leistungen stimmen und verpasste Arbeiten nachgeschrieben werden. Hausaufgaben darf Leonie auch per Mail einreichen.

Später einmal möchte Leonie Tierärztin werden. Spezialisiert auf Pferde. Bereits jetzt hilft sie in der Pferdeklinik ihres Vaters mit. Das Equestrain Center Opfenbach ist auch Heimat der Sportpferde der Familie, während die Pferde in Aufzucht am Haus wohnen.

Aktuell ist Turnierpause. Die Ponys trainiert Leonie während der Woche dressurmäßig, nur einmal die Woche wird Springgymnastik gemacht.

Erklärtes Ziel für 2022: Die Europameisterschaften!