EQUITARIS Trophy der Woche: Familie Streichert

Mit der Zeit gehen, sich für die Jugend engagieren und viele helfende Hände - das ist das Erfolgsrezept des Landesponyturniers von Schleswig-Holstein und Hamburg in Bad Segeberg. 

Der Reit- und Fahrverein Bad Segeberg und Umgebung e.V. feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen. Das Landesponyturnier wurde in diesem Jahr zum 52. Mal ausgetragen, seit 1992 ist es in Bad Segeberg stationiert. Zahlreiche Nachwuchsreiter aus Schleswig-Holstein und Hamburg lassen die grüne Saison hier ausklingen, von Führzügelwettbewerben und Prüfungen für junge Ponys geht es in der Dressur und im Springen hinauf bis zur Klasse L. Nicht zu vergessen die Geländeritte und das Mannschaftsreiten, was in Bad Segeberg groß geschrieben wird.

Familie Streichert engagiert sich bereits seit vielen Jahren für den Verein und stellte auch in diesem Jahr - in Zusammenarbeit mit den vielen unermüdlichen Helfern - eine Veranstaltung für die ganze Familie auf die Beine. Warum sie sich so sehr für das Landesponyturnier einsetzen und mit Leib und Seele dabei sind? EQUITARIS hat nachgefragt!


Wie kommt man dazu, ein Ponyturnier zu veranstalten - und dann noch ein einer so gigantischen Form?

Irmela Streichert: Uns liegt die Förderung und Unterstützung der Jugend sehr am Herzen. Ganz wichtig ist dabei, dass ein solches Turnier für die Zuschauer attraktiv ist und die Familien anspricht. Früher waren es natürlich viel weniger Prüfungen, aber wir haben und von Jahr zu Jahr gesteigert und weiterentwickelt.

Tim Streichert, was motiviert einen so jungen Menschen wie Sie (23 Jahre) zu einer so großen Verantwortung?

Tim Streichert: Ich habe schon von Anfang an im Verein mitgeholfen, erst als Helfer, dann war ich in der Ehrenpreisstelle aktiv. Immer wieder habe ich einige Punkte kritisiert und wie das dann so ist - wenn man Kritik äußert, muss man selbst aktiv werden. Die Turnierleitung unterstütze ich seit etwa vier Jahren, Turnierchef bin ich seit zwei Jahren gemeinsam mit unserem ersten Vorsitzenden Manfred Richter. Die Turnierleitung hat er schon seit 26 Jahren inne. Herr Richter hat mir dabei auch viele Freiräume gegeben, um Veränderungen für die Zukunft des Nachwuchsturniers einzuführen. Dass mir diese Chance gegeben wurde, ist schon toll! Unser Ziel ist es, der Jugend etwas bieten zu können und sich mit der Zeit weiterzuentwickeln. 

Was steckt hinter der Idee des Landesponyturniers?

Tim Streichert: Wir setzen auf drei verschiedene Säulen: Die Landesmeisterschaften, die Championate der Nachwuchsponys und der Abteilungswettkampf um die Landesponystandarte. Da ist für jeden etwas dabei!

Stichwort Abteilungswettkampf - wie bekommt man sage und schreibe 34 Ponymannschaften zusammen?

Irmela Streichert: Der Abteilungswettkampf wurde im Land zwischen den Meeren schon immer groß geschrieben. Das ist wirklich eine Organisation hoch drei, vor allem in der Siegerehrung muss alles nach Plan laufen, wenn alle 34 Mannschaften, also über 130 Ponys, auf den traditionellen Landesturnierplatz einreiten. In den vergangenen Jahren bestand eine Mannschaft noch aus sechs Reitern inklusive einem Ersatzreiter, in diesem Jahr haben wir es auf vier Paare plus einen Ersatzreiter reduziert.

Tim Streichert: Die Anzahl der Mannschaften war in den letzten Jahren leicht zurückgegangen, da mussten wir uns etwas Neues überlegen. Das hat super geklappt, so konnten auch Vereine ein Team stellen, die es vorher noch nicht konnten. Eine weitere Neuerung war auch, dass jede Mannschaft einen Helfer für das Turnier stellen musste. Zudem haben wir bei den Reitponyprüfungen auch die weiteren nördlichen Ponyverbände aus Weser-Ems, Hannover, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern zugelassen.

45 Prüfungen auf sechs Plätzen in zweieinhalb Tagen - wie viele Helfer benötigt man dazu?

Tim Streichert: In diesem Jahr waren es beinahe 80 Helfer. Es gibt viele Vereinsmitglieder, die jedes Jahr ihr Bestes geben und dabei sind, was uns natürlich besonders freut. Hinter uns steht ein tolles Team, ohne das es nicht möglich wäre, so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Manfred Richter kümmert sich u.a. um die Ausschreibung und Zeiteinteilung, Anne Brauer hält unsere Homepage auf dem neusten Stand und macht die Ansagen, Alfred Schwarze baute das Landesturnier in Bad Segeberg damals mit auf und kümmert sich heute um die Plätze - und das sind nur wenige der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer.

Irmela Streichert: Mit der Suche nach Sponsoren muss man früh beginnen und dem ein oder anderen etwas länger auf die Füße treten. Aber mit der Zeit haben wir tolle Partner gefunden, die uns jedes Jahr super unterstützen, wie zum Beispiel "Horse Reitsport" in Hamburg, von denen wir viele Ehrenpreise gesponsert bekommen. Viele Reitvereine, Reitponygestüte und Firmen aus dem Norden, sowie unser Hauptsponsor, die Itzehoer Versicherungen, zeigen großes Engagement um dieses wichtige Turnier besonders zu machen.

Unter all' den Prüfungen waren auch zwei Dressuren für Ü16-Ponyreiter ausgeschrieben. Was steckt dahinter?

Irmela Streichert: Da habe ich mich in erster Linie für eingesetzt. Unsere Tochter Wiebke ist mit ihren 27 Jahren auf unserer selbstgezogenen DR-Stute Bellevue S in der Dressur unterwegs und möchte auch in Zukunft weiter Ponys reiten. Auch Pony-Springprüfungen für Erwachsene sollten meiner Meinung nach in der Zukunft mit in das Programm aufgenommen werden - ich bleibe am Ball!

Wie lautet das Resümee für das Landesponyturnier 2018?

Tim Streichert: Wir können gut zufrieden sein. Das Wetter war leider nicht perfekt, aber dafür kann niemand etwas. Die Plätze haben trotz des Regens gehalten und waren gut bereitbar. Und wie jedes Jahr heißt es jetzt wieder: vor dem Turnier ist nach dem Turnier!

 

 

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