EQUITARIS Trophy des Monats: Lennard Tillmann

Für den 13-jährigen Springreiter aus Grevenbroich war der Sieg im Rheinischen Nachwuchschampionat eine große Überraschung. Denn der Ponywallach aus der Zucht seines Großvaters war bislang noch gar nicht auf diesem Niveau unterwegs!

Familie Tillmann betreibt eine eigene Reitanlage im rheinischen Grevenbroich - hier gibt es eigentlich niemanden, der nichts mit Pferden am Hut hat. Die Begeisterung für den Reitsport wurde auch dem Junior in die Wiege gelegt, der in diesem Jahr die deutschen Farben bei der Europameisterschaft der Children erfolgreich vertreten durfte. Im Ponybereich ist er auf eigenen Zuchtprodukten unterwegs, die EQUITARIS Trophy geht im August an Lennard Tillmann.

Auf die Frage, wie lange Lennard schon reitet, gibt es eine einfache Antwort: "Ein Leben lang!" Sein erstes Pony hieß damals Daisy, eine kleine Shettystute. Die ersten Springreiter-Wettbewerbe bestritt Lennard im Sattel von Carlson und Minichip mit sieben Jahren, danach kam der heute 21-jährige Nonvalleur (v. Nantano) aus der Zucht von Ulrich Feldmann hinzu - und die ersten E-Springen.

Es gab aber auch eine Zeit, in der Lennard eine kleine Turnierpause einlegte. Zuhause ritt er zwar weiter, seine eigentliche Begeisterung galt aber dem Fußballspielen. Nach einer Weile tauschte er dann doch wieder die Fußballschuhe gegen die Reitstiefel ein: "Ich wollte dann doch kein Fußballprofi mehr werden, sondern entschied mich wieder für die Pferde. Jetzt kicke ich nur noch ab und zu mit meinen Kumpels aus Spaß!"

Dabei betont Lennard, dass in der Familie niemand zum Reiten gezwungen wird. Alle sind mit Begeisterung und Herzblut Springreiter - bis auf seine Schwester Madlin, die sich auf das Dressurviereck "verirrt" hat. "Ich habe auch keine Ahnung, wie das passieren konnte", schmunzelt ihr älterer Bruder, "aber macht ja nichts, Hauptsache sie hat Spaß daran!" Die Elfjährige hat bereits Erfolge im L-Bereich auf dem Konto stehen und ging in diesem Jahr mit der Cosmopolitan D-Tochter Cute little Liar aus der Zucht von Heike Monzer und mit Mister Prime Time (v. Movie Star) beim Bundeschampionat der fünfjährigen Dressurponys an den Start. Mit dem achtjährigen Dschungelkönig (v. Danny Gold) ist sie in A- und L-Dressuren erfolgreich unterwegs. Die beiden letzteren Ponys stammen aus der Zucht des Zuchthof Claren und sind somit selbst gezogenen - von Opa Peter-Josef Claren.

Lennard bekam das Reiten von seinem Opa Friedhelm beigebracht. Seine ersten L-Erfolge feierte er 2019, die ersten M-Platzierungen folgten im vergangenen Jahr. Mittlerweile hat sein Vater Frederic das Training übernommen, der selbst ein erfolgreicher Springreiter ist und aktuell an zweiter Stelle der Bemer Riders Tour liegt. Lennard schaut sich gerne etwas von den Profis ab und studiert die Ritte nachher genau im Video. Zu seinen größten Vorbildern gehört Marcus Ehning. Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch Lennards Mutter Britta, die früher ebenfalls aktiv ritt und heute für das Management zuständig ist. Ebenso wie für das Einflechten auf dem Turnier, wofür Lennard nach eigenen Angaben "kein Talent" hat.

Aktuell reitet Lennard zwei Ponys. Beide stammen aus der Zucht seines Opas, beide haben den Hengst For next Generation zum Vater. Während der achtjährige Faro T die Mentos Charmeur-Tochter Mara zur Mutter hat, ist es bei dem ein Jahr jüngeren Fuzzy T die Mentos Charmeur-Tochter M+M - beide sind demnach eng verwandt. Mit Faro T hat der erfolgreiche Springreiter sich von ersten E-Springen hinauf bis zum ersten Nationenpreis 2021 in Opglabbeek/BEL hochgearbeitet und mittlerweile zahlreiche M-Platzierungen auf dem Erfolgskonto stehen.

Mit Fuzzy T, der Familie Nix gehört und der mit Johanna Nix schon in Springreiter-Wettbewerben unterwegs war, gewann Lennard das Rheinische Nachwuchschampionat. "Fuzzy ist ein super braves Pony, der einen unheimlichen Kampfgeist hat", beschreibt Lennard den Charakter des braunen Wallachs. Seinen Kampfgeist stellte er auch in Langenfeld unter Beweis, denn dort ging er nach einem ersten L-Springen auch erstmalig im L-Springen mit steigenden Anforderungen an den Start. "Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass es so gut klappt. So hoch ist er auch im Training noch nicht gesprungen. Aber er weiß genau, wann es wichtig wird."

Irgendwann wird sich der 13-jährige Springreiter notgedrungen zwischen den Großpferden und den Ponys entscheiden müssen, aktuell reitet er aber beide gleich gern. "Ponys sind klein und pfiffig, mit ihnen macht es unheimlich viel Spaß, schnell durch den Parcours zu reiten." Später möchte Lennard mal den Job seines Vaters übernehmen, der das Gestüt Gut Neuhaus gemeinsam mit seinem Opa Friedhelm und seinem Onkel Gilbert betreibt. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit...