EQUITARIS Trophy des Monats: Mia Allegra Lohe

Als die 13-jährige Dressurreiterin ihre Wertnote beim Bundesnachwuchschampionat hörte, überkam sie ein Gefühl aus Stolz, Erleichterung, Zufriedenheit und Dankbarkeit. Doch das allein war nicht der größte Erfolg der Düsseldorferin in 2020!

 

Sie hat schon davon geträumt, zu gewinnen. Aber rechnen konnte sie damit nicht, immerhin war die Konkurrenz in Darmstadt sehr stark. Dicht auf den Fersen war ihr Veronica Pawluk, ihre Trainingspartnerin und eine ihrer besten Freundinnen, die 2020 beispielsweise das Rheinische Nachwuchschampionat für sich entscheiden konnte. Beim Bundesnachwuchschampionat hatte am Ende Mia Allegra Lohe die Nase vorn, unsere EQUITARIS Trophy des Monats.

Seit Oktober 2019 sind Mia und die Palominostute Tovdal's Golden Future Imperial (v. CJ Chargon Bredager) aus der dänischen Zucht von Henning Moller Hansen ein Paar. Zu diesem Zeitpunkt war die damals 12-Jährige in Dressur- und Springprüfungen auf A-Niveau unterwegs und wusste noch gar nicht, dass sie sich später einmal auf das Reiten im Viereck festlegen würde - immerhin stand sie früher in einem Vielseitigkeitsstall. "Meine Trainerin Tara Schneider hatte irgendwie im Gefühl, dass Dressur mir doch mehr liegen könnte und hielt nach guten Ponys Ausschau", erinnert sich Mia. Die Wahl fiel letztendlich auf "Golden", wie die jetzt zwölfjährige Welshstute Zuhause genannt wird."Wir fanden sie unglaublich elegant und schön, außerdem hat sie drei dehr gute Grundgangarten. Obwohl sie zunächst sehr stark war, waren wir direkt von ihr überzeugt!"

Aus einer "richtigen" Pferdefamilie kommt Mia nicht. Ihre Mutter kann ein wenig reiten, aber eigentlich spielt der Rest der Familie Tennis und Hockey. Trotzdem wollte Mia reiten, seitdem sie denken kann und überzeugte ihre Eltern von ihrem Hobby, die heute ebenfalls viel Spaß am Reitsport haben. Neben Tara Schneider wird die Dressurreiterin auch von Linda Weiß auf dem Gut Römerhof trainiert, die Mia auch in Darmstadt coachten.

Den ersten Turniererfolg feierten Mia und "Golden" im März 2020 auf L*-Niveau, zahlreiche weitere Schleifen kamen im Sommer hinzu. Dazu zählt auch der zweite Platz bei dem Rheinischen Nachwuchschampionat. "Golden ist sehr sensibel, das hat es für mich am Anfang nicht leicht gemacht", erklärt Mia die Schwäche ihrer Stute, die mittlerweile eher eine ihrer Stärken ist. "Sie reagiert auf ganz leichte Hilfen und kann nicht mit Druck gearbeitet werden. Ich musste lernen, mit feinen Hilfen zu reiten und mich auch immer dann sehr zu beherrschen, wenn mal was nicht gekappt hat. Sie ist unglaublich konzentriert, lektionssicher und zuverlässig, macht keine Fehler und obwohl sie so sensibel ist, lässt sie sich unter dem Sattel von nichts aus der Ruhe bringen."

"Golden" sei ein sehr freundliches Pony, das Fremden gegenüber skeptisch ist. "Im Umgang ist sie ein absoluter Traum und wenn sie ihre Menschen kennt, wird sie ganz anhänglich", schwärmt Mia, die noch zwei weitere Ponys im Stall hat. Zum einen den Oosteinds Ricky-Sohn On Top aus der Zucht von Familie Wieler, der bis Ende 2018 unter dem Sattel von Jana Lehmkuhl im internationalen Vielseitigkeitssport unterwegs war. Mit ihm sammelte Mia nicht nur Schleifen im Parcours, die beiden platzierten sich auch in der Dressur im A- und L-Bereich. "Sein Herz schlägt allerdings eher für's Springen, daher suchen wir jetzt ein neues Zuhause für ihn!" Pony Nummer drei im Bunde ist seit Kurzem Praest's Camero, der seiner neuen Reiterin ebenfalls viel Freude bereitet - und wie "Golden" aus Dänemark kommt.

Neben dem Sieg beim Bundesnachwuchschampionat der Pony-Dressurreiter, das Mia und "Golden" mit den Wertnoten 8,7 und 9,0 für sich entscheiden konnte, zählen auch die letzten sechs FEI-Prüfungen zu den bislang größten Erfolgen der beiden, da sie jedes Mal die 70-Prozent-Marke knackten. Neben dem Reiten macht Mia Zuhause noch Ausgleichssport und spielt mit ihrem Bruder ab und zu Hockey. Praktischerweise trainieren viele ihrer Freundinnen auch auf dem Gut Römerhof, sodass Mia dort fast ihre gesamte Freizeit verbringt.

Für das Jahr 2021 möchte Mia gerne Startgenehmigungen für "größere" Turniere bekommen. Sie weiß aber auch, dass sie noch mehr an den Details arbeiten muss, also an der Korrektheit der einzelnen Lektionen. "Einreiten, Halten, Rückwärtsrichten, Schrittpirouetten - das alles muss noch besser werden", räumt Mia ein. Aber wie sagte die bis dahin noch amtierende Pony-Bundestrainerin Conny Endres auf dem Bundesnachwuchschampionat so schön: "Das ist Klagen auf höchstem Niveau!"